Persönliche Daten

1954 in Berlin geboren, aus Lebenslust und Liebe spielt Tanzen und Malen in der Kindheit eine große Rolle, später nimmt das Verlangen nach Singen und Musik einen großen Raum ein.
1972 Abitur . 1972 - 1977 Sprach- und Pädagogikstudium in Halle und Berlin Französisch / Deutsch / Englisch . 1978 - 1980 Ausbildung als Töpferin in Berlin . 1980 Abschluß bei Hedwig Bollhagen . seit 1980 selbständig als Keramikerin . 1982 Meisterabschluß . 1982 - 1986 stellv. Obermeisterin der Töpfer in Berlin . 1993 Gutachten des Verbandes Bildender Künstler der DDR, Mentorin - Christina Renker . 1974 u. 1984 Geburt der beiden Söhne . seit 1990 freischaffende Künstlerin . 1994 Künstleraustausch London - Berlin . seit 1993 verstärkt sich die Hinwendung zum Malen und ist nun Hauptbestandteil der künstlerischen Arbeit

Seit 1981 zahlreiche Ausstellungen u.a. in :

Weimar . Kleine Galerie Magdeburg . Galerie Friedländer Tor Neubrandenburg . Sommergalerie Prerow . Galerie im Turm Berlin . Kunst- und Antiquitäten-Galerie Glauchau mit Manfred Bofinger . Studio Galerie Berlin . Galerie Vogtland Plauen .
Galerie im Turm Berlin . Schloß Oranienburg . Galerie Budissin Bautzen . Galerie Mizner Park Berlin . Ausstellungsbeteiligung Kunsthof Oranienburger Straße Berlin . Landesvertretung von Berlin Bonn . Galerie des Tagesspiegel/ Uhlandstraße Berlin . Kanzlei Kärgel und Lauritzen Kurfürstendamm Berlin . Neues Kunstquartier Detmold . Galerie Arcus Berlin . Greifengalerie Greifswald . Galerie Art Wittenberg

      

Wo es begann . Malerei auf Keramik

Ingeborg Ruthe (Kunstwissenschaftlerin)
zu den Arbeiten von Beate Bendel


Rätsel lösen

Die Kunst Beate Bendels ist eine Symbiose: Ton aus dem Bauch der Erde, gebrannt in der Hitze des Feuers, bemalt im Luftraum der Phantasie.
Zu Gefäßen geformter, gebrannter Ton dient seit der Antike nicht nur zum alltäglichen Gebrauch, sondern auch als Bildgrund und Bildträger. Beate Bendel stellt sich in diese Tradition und verknüpft sie mit ihrem Zeit- und Lebensgefühl, so überschreitet sie intuitiv getrieben von der Neugier am Ergebnis des Experiments die Genregrenzen - hin zum Bild, sogar zum Skulpturhaften. Dreimal wird gebrannt, das ergibt die unverwechselbare, schöne Craquelé-Keramik. Mit Vorliebe gibt die Künstlerin ihren Werken Formen der Erdkugel, die ein wenig zur Ellipse wird. Bauchige, hohe Vasen und ausladende Schalen bieten ihr konkave und konvexe Bildgrunde an, auf die sie mit vehementer, spielerisch - tänzerischer Pinselsprache expressive, farbige Motive setzt. Mitunter durchbricht sie die runde glatte Form und baut Schalen und Kugeln auf wie Architektur mit Durchbrüchen für Licht und Luft, für Verbindungen von Innen und Außen.

Noch in der größten Abstraktion der lebhaft - heiteren gemalten Zeichenwelt auf dem Ton lässt sich Figurales erkennen, die ganze Schöpfung: Himmel und Erde, Feuer, Wasser, Luft, Tier und Pflanze, Frau und Mann. Angedeutet im intensiven Farbengespinst ist das ewigmenschliche ambivalente Beziehungsgeflecht seit dem Garten Eden und dem Sündenfall.
Die Bildwelten auf den Rundungen der Tongefäße Beate Bendels sind voller Andeutungen und überzogen mit winzigen Geschichte: lustige und melancholische, freche und erotische. Man muss rundherum gehen oder sie in die Hand, am besten in Besitz nehmen, um die Spuren dieser kleinen Geheimnisse verfolgen und ihr Rätsel lösen zu können.

Aus Kunst für den Alltag wird so Kunst voller Alltagsphilosophie.